GlasBlasSingBlog - Flaschenmusik aus Konsumentensicht

Montag, 14. März 2011

"...naja, vielleicht auch nicht..."

Das Zebrano-Theater in Berlin Friedrichshain schließt Ende März 2011. Das ist ziemlich bitter, denn dieses kleine Theater hat derart Charme, dass man sich kaum vorstellen möchte, ein neuer Hauseigentümer könnte es wagen, ihm durch eine horrende Erhöhung der Miete den Garaus machen.
Aber es gibt solche Menschen. Die haben nichts übrig für Kultur, die interessieren sich für Profite und machen aus Friedrichshain ein wahrscheinlich total "hippes" In-Viertel - schöne Scheiße.
So gibt es im März eine ganze Reihe von Künstlern, die noch einmal zum Abschied das Zebrano füllen. Auch GlasBlasSing Quintett, und zwar am Rosenmontag 2011.
Seltsam war das. Ich saß dort und wusste, ich sehe und höre gleich ein "Best Of" - und doch, ich konnte mich nicht so recht darauf freuen. Immerzu dachte ich an das Aus des Ladens und daran, wie leid mir das wirklich von Herzen tut.

Wie bitter das Alles erst für die Fünf auf der Bühne gewesen sein muss... die ließen sich allerdings davon nichts anmerken und hatten eine Setlist zusammengebastelt, die ein wirklich würdiges Abschiedskonzert ergab. "Nimm die nächste Bahn nach Friedrichshain", das Mission-Impossible Thema, Ploppcorn, der Mambo, das GlasBlasSingDing... mir fällt gar nicht mehr alles ein.

Das war ein wirklich gelungener Abschied!

Und wenn ich auch sonst eher pessimistisch eingestellt bin... noch habe ich ein Fünkchen Hoffnung, dass das letzte Wort in Sachen Schließung noch nicht gesprochen ist.

Ich würde es mir wünschen.

Sonntag, 13. Februar 2011

Themawechsel (5) - Moses W.

Wozu Facebook nicht so alles zu gebrauchen ist... Ich bin ja sonst ehrlich, und deshalb auch heute:
Hätte es nicht die Facebook-Kartenverlosung für Moses' "Er, Sie, Ex" im duisburger 100Meister gegeben, ich hätte den Abend wohl auf der Couch verbracht... und gut 1/3 des anwesenden Publikums auch. Habe ich aber nicht - und andere auch nicht, und so begleitete ich die glückliche Gewinnerin (Lisa) nach Duisburg.

Die Premiere mit eingerechnet habe ich "Er, Sie, Ex" damit jetzt das fünfte Mal gesehen. Wieder sind mir ein paar kleine Änderungen, Erweiterungen und Streichungen aufgefallen, und wieder fand ich alles ein wenig flüssiger und "besser", aber (ich bin ja ehrlich, das sagte ich bereits) irgendwie dauerte es doch einen kleinen Moment, bis er das Publikum "hatte". Ob es daran lag, dass Moses ein wenig ungeduldig schien, dass er die ersten Minuten gehörig Gas gab, oder ob ich da auch einfach nur einen falschen Eindruck hatte? Ich bin mir da selbst nicht ganz schlüssig. Spätestens nach dem ersten Lied "hatte" er das (leider doch recht überschaubare) Publikum dann aber.
Ziemlich bitter finde ich, dass es unten im Café des 100Meister rappelvoll war, oben bei Moses aber grooooßzügig und sogar mit Bistrotischen bestuhlt und trotzdem nicht jeder Platz besetzt war. Schade, denn viele Gäste des Cafés werden gar nicht gewusst haben, was sie oben verpassen...
(Es war ein wenig wie damals das GBSQ in Trier. Schade, schade...)

Jetzt mache ich glaub' ich erstmal einen längere "Er-Sie-Ex"-Pause und bin gespannt, wie's sich dann irgendwann mal wieder verändert hat.

...und dann komme ich auch ganz ohne Gewinnspiel hin. :-)

Halleluja!

Gestern Abend war das GlasBlasSing Quintett - inzwischen dürfte jeder Flaschenmusikfreund davon gehört haben - sozusagen Thomas Gottschalks Wettpartner.
Die Show gastierte in Halle/Saale. Aufgabe der Hallenser war, mindestens 500 Menschen mit je einer Flasche auf dem Marktplatz zu versammeln und gemeinsam mit dem GBSQ "Halleluja" zu intonieren.
Eine verdammt große Nummer für einen Kleinkunst-Act - und während wir zuhause auf der Couch die Daumen drückten, dass alles nach den Vorstellungen der sechs (und auch der Regie) läuft, froren in Halle eine Menge Menschen auf dem Marktplatz und holten sich bei Schneefall ein Flaschemusikkonzert und rote Nasen ab.

Thomas Gottschalk verlor die Wette (natürlich) - Halle klimperte und pustete und irgendwie klang nachher wirklich alles nach einem Halleluja. Okay, man hörte die Profis gewaltig raus. Aber so vom TV aus machte die Sache schon mächtig Eindruck, und ich kann mir vorstellen... von der Bühne aus, wird es ziemlich großartig anzusehen gewesen sein.

Das Video zur Wette findet ihr hier:


Ich habe meine ganz persönliche Wette des Abends im übrigen auch gewonnen. Auch, wenn ich es mir anders gewünscht hätte. ...War doch wohl klar, dass Thomas Gottschalk sich so komplizierte Bandnamen nicht merken kann... Depp.

Freitag, 11. Februar 2011

Themawechsel (4) - "Ihr hattet eure Chance!"

Stell dir vor, du möchtest heiraten und deine Braut ist am alles entscheidenden Tag... sagen wir... weg. Da bleiben nicht viele Optionen, meinst du? Weglaufen?! Nein, kommt nicht in Frage. Denn du hast den Saal gemietet, die komplette Hochzeitsgesellschaft an der Backe und das könnte doch auch deine Gelegenheit sein, adäquaten Ersatz für die Abtrünnige an Land zu ziehen.
Jens Heinrich Claassen versetzt sich in seinem Solo "Unter der Haube - ihr hattet eure Chance" in genau diese Lage und auch wenn er in Dortmund irgendwie nicht die Frau für's Leben auftreiben konnte: Aus Sicht des Publikums war der Abend ein Fest.


Ein Fest, das ich gerne demnächst an anderer Stelle wiederholen möchte. Dann vielleicht auch mit dem "Arzt / Arsch" Stück, das ich doch so mag und das in Dortmund leider dem Durchschnittsalter des Publikums zum Opfer fiel. Eben dieses war nämlich deutlich jenseits der 60 bzw. deutlich zu nah am Jenseits. ;-)
Im Diesseits kam jedenfalls das komplette Solo allseits an - lässt sich ja auch gedanklich auf's Thema Diamanthochzeit ausweiten. Praktisch...

Flaschenmusik's coming home

Betritt ein Künstler zu Beginn seiner Show die Bühne, darf er mit einem Auftrittsapplaus rechnen. Der klingt meistens herzlich, manchmal zaghaft, zuweilen auch ein wenig scheu, und von irgendwo schrillt oft ein kleines „Wuuuh!“. Den Künstler freut‘s - da scheint also jemand im Saal zu sitzen: Die Show kann beginnen!


Gestern Abend, im Theater Halberstadt, braute sich aus dem freundlichen „Ah-es-geht-los“-Beifall allerdings innerhalb eines kurzen Augenblickes ein dickes, fettes „Willkommen-zuhause!!!“ zusammen, das sich von hinten links durch den Saal schwappend dermaßen mit Schmackes über die Bühne und die fünf GBSQer ergoss, dass sie fast ein wenig überrollt schienen.


Ein - wie ich finde - ganz entscheidender Moment für die folgenden zwei Stunden. Denn offensichtlich brandeten mitsamt des Applaus auch große Erwartungen an der Bühnenkante an.

Wie gewinnt man so ein Heimspiel also nun? - Indem man die wichtigen Dinger rein macht und sich hier und da Zeit nimmt für ein Kabinettstückchen. Und so und nicht anders wurd‘s gemacht.

Endie ergriff die Chance beim Schopfe und spielte ab und zu das Publikum mit kleinen Insidern an, ohne dabei Neulinge und Zugereiste aus den Augen zu verlieren.


Rein musikalisch betrachtet mag ich schon makellosere Abende erlebt haben. Aber dieser hier, und das war schnell klar, war doch besonders.

Einerseits saßen da nicht „bloß“ die üblichen Verdächtigen: Abokartenbesitzer, Weihnachtsgeschenkbekommer und Radiogewinnspielglückspilze sondern (offensichtlich) Eltern, Freunde, Bekannte und „Na, weißt du noch, wer ich bin?“-Frager.

Andererseits ist das rappelvolle Theater, in dem man damals feierlich sein Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt bekam atmosphärisch sicher auch was anderes als zum Beispiel eine halb verkaufte Trierer TuFa.


Standig Ovations schon während der letzten Strophe das Abschieds waren die logische Folge eines wirklich tollen Konzerts - und bestimmt fällt es nach so einem Abend das nächste Mal wieder ein Stück leichter, einen Zwischenapplaus wie den der Ankündigung des „Wetten, Dass...“ Auftritts einfach mal einen Moment lang zu genießen.

Es sei euch gegönnt!


Und lasst die Zeit für die Unwissenden, die nicht ahnten, wie groß die Ticketnachfrage sein würde und deshalb mit ihrer "Ich hole noch schnell eine Karte an der Abendkasse" Mentalität böse scheiterten, nicht zu lange werden. Beim zweiten Anlauf werden sie sich eher kümmern. Dann dürfte sich auch in Halberstadt herumgesprochen haben, dass die einstigen Straßenmusiker inzwischen alles eine Nummer größer angehen. Oder zwei...


Jetzt gilt also:

Daumen drücken für das bevorstehende Wochenende. Nicht nur für den Auftritt im ZDF - sondern auch für die kleinen Wunder, die noch viel wichtiger sind! ;-)


Mittwoch, 26. Januar 2011

Themawechsel (3) - Die Echse im GOP Comedy Club, Essen

Nachdem Lisa und ich die Echse und den „Zottel“ dahinter bisher nur vom Kutter Buntes aus Berlin kannten wurde es doch endlich mal Zeit, einen längeren Programmausschnitt zu sehen. Ein Solo in der Nähe ergab sich leider noch nicht. Aber Michael Hatzius war mit seinem Reptil zu Gast im Essener GOP.-Comedy-Club, moderiert von Ludger K. und sie waren die Stars des Abends!


Die Echse plauderte aus dem Nähkästchen. Wie sie damals mit Ari das erste Theater gründete, was sie von Chleos Milchbadegewohnheiten hält, warum Zebras nicht Abwaschen, wie der Urkall ihr die Ohren wegballerte und warum sie manchmal froh ist, dass keine neuen Ohren nachgewachsen sind. Nach der ersten Hälfte hatte, wer die Echse noch nicht kannte, also schon einen guten Einblick in ihr bewegtes Leben.


Im zweiten Teil tat sie dann, was sie nicht lassen kann. Kaum wieder auf der Bühne, schmiss sich „der Frosch“ direkt an eine Zuschauerin aus der ersten Reihe. Das „Triangel-Mäuschen“ hielt sich zwar partout nicht für die Richtige, aber (wen wundert‘s) das half ihr wenig. Das Reptil blieb hartnäckig, machte (zweifelhafte) Komplimente und eindeutige Angebote. Erfolglos.

Drücken wir die Daumen, dass die Echse bei einer der nächsten Shows die Richtige trifft...


Zum Schluss hatte das Publikum die Möglichkeit, der Echse Fragen über die Zukunft zu stellen. Sie hat sich nämlich aus einer Glaskugel und blinkendem „Plastekitsch“ eine Wahrsagerkugel gebastelt.

Die erste Frage, wie eigentlich Schalke gespielt hat, passte dem Reptil so überhaupt nicht („Ich bin nicht dein iPhone!“) - Die nächste Frage schien auf den ersten Blick unausgereift „Liebe?“, wurde aber nach angestrengtem Blick in die Plastekitschkugel entschieden mit „Ja!“ beantwortet.

Ob „der Rotz“ (der eigentlich Mats hieß, aber wer seine Frage undeutlich artikuliert, muss mit leichten Abwandlungen rechnen) „den Abschluss schafft“ ließ sich nur schwerlich voraussagen. Das hinge wohl davon ab, wie weit die Grippe schon fortgeschritten sei. Ein zweiter Blick in die Kugel brachte Gewissheit: „Nee, klemmt!“.

Damit dürften alle Fragen beantwortet sein.


Wer mehr über die letzten 2000 Jahre Weltgeschichte oder auch seine bescheidene Zukunft erfahren möchte, sollte sich Tickets sichern.

Mir ist bis dahin sicher auch eine interessante Frage eingefallen...


Außerdem waren Vera Deckers und... ja, und ein Typ, dessen Namen ich mir nicht merken wollte, dort. Kann man ja googlen, wenn man wissen möchte, wer mir da nicht gefallen hat.

Gut gefallen hat (nicht nur mir) die Show-Band mit Volker Naves am Schlagzeug. Schon nicht übel, dass sich das GOP. sogar eine Show-Band leistet (und wir bekamen direkt einen Burgerqueen-im-Hundertmeister-Vorfreude-Schub).

Ich glaube, 2011 wird noch ziemlich großartig, wenn ich meinen Kalender so anschaue...

Samstag, 22. Januar 2011

Themawechsel (2) - Zärtlichkeiten mit Freunden

Lange hatten wir es vor, endlich hat es geklappt! Lisa, Glo und ich waren in der Comedia Köln bei der bekannten Band Zärtlichkeiten mit Freunden.
Stefan Schramm und Christoph Walther (also eigentlich ja Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch) spielten ihr Best Of: "Das letzte aus den besten sechs Jahren" - und es war ein solches Fest!
Es stellt sich bloß die Frage, wie man eine Show beschreiben kann, in der ein Schlagzeuger, ein Gitarrist, Kai Ginseng, Fred Aster und wie sie alle hießen gleichsam großartig waren. Nicht zu vergessen natürlich die unverzichtbare Stehlampe.
Da betreten also zwei Männer die Bühne, geben sich Frauennamen, tragen Metaperücken und benehmen sich, als wäre ein Publikum jetzt genau das, was ihnen gerade noch fehlte.
Es folgt ein scheinbar (nicht anscheinend) improvisierter Abend mit herumfliegenden Notenblättern, weggelassenen Stücken und reichlich Streitereien übers Einzählen und Draufhängen, über's Mikro Hoch- und wieder Runterschieben, über neueste Gesetzte und Verordnungen in Sachen Hornhaut (nie mit dem Messer...) und immer wieder über das Publikum.
Die Rollen sind klar verteilt. Cordula hat die Hosen an, Ines kriegt (nicht nur verbal) aufs Maul und wir Zuschauer sitzen da und werden Zeuge. Wir klatschen sogar brav auf Eins und Drei, und doch, irgendwie wird unser Beitrag zu diesem Abend wenig wertgeschätzt. Diese beiden Künstler bedanken sich nicht immerzu für jeden Zwischenapplaus. Sie sind gar nicht deshalb hier, sonder sie spielen, proben, führen einander ihre neuesten Anschaffungen vor, weil sie eh gerade da sind. Ob wir lachen, oder nicht. Aber - na klar - lachen wir.

Selten habe ich mich derart darüber gefreut, nicht besonders beachtet zu werden. Wie beiläufig tratschen sie also daher, die beiden selbsternannten Grobmusiker, und kommen von einem auf's andere weltbewegende Thema. Als passierte alles konzeptlos aus sich heraus.

Aber von wegen... bis ins Detail ausgeklügelt ist diese Show. Wie der Witz durch die genau pointierten Pausen entsteht, wie Cordula nicht bloß immerzu das Thema, sondern zum hundertsten Mal die "Knüddeln" wechselt, wie Ines das Mikro schon wieder richten und sich dabei eine detaillierte Anleitung über Fußreflexzonen anhören muss ist faszinierend und zugleich krachend komisch.
Und wenn der Punkt erreicht ist, an dem die Beiden sagen können, was sie wollen... weil sie uns schon längst auf ihrer Seite haben, dann sagen sie was sie wollen und man lacht weiter. Nicht weil man will. Nein, man muss.

Ich bin begeistert, immernoch.
UITUIU!




Donnerstag, 20. Januar 2011

Zweitausendelf.Eins

Das nicht mehr ganz so neue Jahr ist schon beinahe drei Wochen alt, da wird es doch Zeit für den flaschenmusikalischen Jahresauftakt 2011.
Im Haus der Springmaus in Bonn hatten all die neu gestimmten Flaschen und generalüberholten Instrumentarien also Gelegenheit, sich in Konzertlänge zu beweisen. Und - na klar - großartig war's.
Hier und da gab es tatsächlich kleinere Veränderung an Moderationen und (ob gewollt oder nicht) Arrangements.
Frank mahnte zum Beispiel nicht wie gewohnt kurz und bündig, die Fünf nicht durch zu kurzes Klatschen zu enttäuschen sondern (und ich wüsste mal gern, ob ein begriffsstutziges Publikum dieser Änderung Anlass war ;-) ) führte direkt mal vor, wie ein ordentlicher Applaus sich manuell generieren lässt. Kann man nicht erklären, muss man sich live anschauen. Ich hab's verstanden. War ja auch nicht schwierig. Applaus, Applaus, Applaus!

Die Bestuhlung der Springmaus war wie immer eine kleine Herausforderung, insbesondere in Sachen Schunkeln UND in Richtung Bühne blicken. Das beherrscht nur der schunkelerprobte Rheinländer nach einer halb durchschunkelten Session (Tääätäää). Lisa und ich wiegten uns jeweils solo von nach hier und dort. Kann man mal durchgehen lassen, denke ich. Man muss ja auch steigerungsfähig bleiben. Nächste Woche testen wir mal die Schunkelmöglichkeiten des hoffentlich in Reihe bestuhlten 100Meister.

Wenn sich dann ebenso viele Duisburger wie gestern Bonner einfänden, das wäre prima. Dann ergäben sich bestimmt Möglichkeiten, sich einzuhaken.
Und vielleicht wäre auch jemand darunter, den selbst ich beim Kickern schlagen könnte. Aber den zu finden... könnte schwierig werden...

Dienstag, 14. Dezember 2010

Keine Macht den Dosen - Teil 1

Die zweite GBSQ-CD ist erschienen. Also ran an die Buletten und mal reingehört.

Der kleine Katzenmann macht den Anfang, bzw. genau genommen ein waschechtes Katzenmaunz-Solo. Damit ist schon klar, dass die Fünf ihre Konzert-Arrangements hier und da fleißig erweitert haben. Der Katzenmann kommt also mit echter Fahrrad-Athmo daher, mit Klingeln, Pumpen (fffft fffft) und Leerlaufrasseln. Das Bicycle Race fällt in der Studioversion dabei leider aus. Schade, dafür punktet der Mitsingteil. Uuuuund jetzt Alle: "Katzenrad, Katzenrad..." Juut, reicht!

Weiter zu Anna und ihrem Arschgeweih. Body Art ist live einer meiner Favoriten, auf CD mit Akustikgitarre hier und da ein wenig ausgebaut macht es direkt nochmal mehr her. Toll!

Titel drei, das inzwischen "gute alte" Lied über die alltäglichen Probleme des Flaschenmusikers. Es mag noch immer schwer sein, Flaschenmusikant zu sein, nun hat man (so man es denn noch nicht kannte) allerdings die Chance, auch beim ersten Hören die "Ei-Baguette"-Stelle akustisch zu verstehen. Die Frage, was die Künstler uns mit "nachts in Eibergenz" sagen will und wo dieses "Eibergenz" eigentlich liegt, ist damit wohl erledigt.

Nach dem Katzenmann folgt mit dem Frühen Vogel das nächste Tierlied. Der Arme findet zwar noch immer den Wurm nicht, dafür hat er sich aber ein besonders tolles Arrangement verdient. Hier wurden nicht zu knapp Zisch-, Percussions- und Ploppflaschen und ein wie ich finde perfekt dosierter Bass eingespielt. Schade, dass die Fünf nicht genügend Hände haben, das auch live so umzusetzen. Macht sich nämlich wirklich gut.

Schonmal ein Lied über stark und schwach gebeugte Verben und eine zurecht beendete, unglücklich verlaufene Liebesbeziehung gehört?! Da muss aber auch erstmal jemand drauf kommen. Hier hat man die einmalige Gelegenheit sein Sprachzentrum auf vollständige Funktion zu überprüfen. Ohne unnötige Schnörkel im Arrangement, dafür umso verworrener im Text.

Uuuuuhuuuuhuuuuuhuu.... ei-ei-ei... Schon Schluss. Na, auf der CD noch nicht ganz, live ja auch noch nicht, aber im Lied dafür schon. Peter singt, was im Urlaub, nach 'ner Party oder an der Uni so abgeht.
Die Rhythmusgruppe setzte ein, es wird ge"uuuuh"t und ge"ei"t, Endie hat sein Solo, alles wie immer, doch dann sind da noch einige ziemlich großartige Klingflaschen und eine Gitarre. Und wieder stellt sich die Frage, warum pro Musiker nur zwei Hände mitgeliefert werden. Ei-ei-ei...

Jetzt kommt Live-Musik, auf dieser CD ohne Vorwarnung, dafür aber mit Moderation. Denn dieses Stück Flaschenmusik hat eine Erklärung nötig. Wer's nicht kennt, weiß dann, dass Fritze Schautafeln hochhält, dass es einen Praxisteil gibt und wie man ans Vorharzdiplom kommt.
Im Zebrano, relativ nah dran, am Harz (im Gegensatz zu NRW zumindest) haben sich alle angestrengt. Am Ende hat's zum Diplom gereicht, auch wenn man die Verwirrung der Zuschauer raushören kann.

Mein Fazit:
Super Songauswahl, allesamt toll arrangiert. Nicht zu weit weg von dem, was man live kennt, aber eben immer da chic ausgeschmückt wo es passt. Ich finde es ja immer ein wenig schwierig, wenn ein Live-Besucher auf dem Weg nach hause die CD einlegt und die eben gehörten Stücke auf der CD kaum wieder erkennt. Das wird ihm hier nicht passieren und ich denke, auch Flaschenmusikpuristen haben Spaß an den zusätzlichen Instrumenten.

Jetzt bloß schnell her mit dem zweiten Teil, denn die 22 Minuten Spieldauer dürften den meisten Konzertbesuchern kaum für den Heimweg reichen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Themawechsel (1), Heute: Der "Wopp im Schafspelz"

...mal ganz was anderes. Keine Flaschenmusik nämlich, sondern "Mehrwertkabarett" haben wir heute gesehen. Ihr fragt euch welchen besonderen Mehrwert ein Kabarettabend haben kann?!

Timo Wopp leistet Lebenshilfe. Egal, ob er die oberen Zehntausend, die absolute Bildungselite oder den einfach Mann von der Straße vor sich hat, er berät (zu einem kleinen Unkostenbeitrag) jeden.
Unglaublich schnell, absolut auf den Punkt und nebenbei ziemlich "freeeesh". Erziehung, Finanzen, Sexualität. Der studierte Betriebswirtschaftler kennt sich umfassend aus und er teilt sein Wissen. Denn, und das ist der Clou: Er ist fehlerlos, er weiß alles und wenn man's genau nimmt ist er ein bisschen wie Jesus... sagt er.


Dass Timo Wopp nicht nur in einem aberwitzigen Tempo einen lebenserleichternden Tipp nach dem anderen gibt ("Sie haben zwei mehrere Kinder? Machen Sie eins zu ihrem Liebling. Sagen Sie den Kindern aber nicht wer der Liebling ist. Sagen Sie nur, dass Sie den Nichtliebling an der nächsten Raststätte stehen lassen... so sparen Sie sich die lästigen Pausen!") sondern auch noch einer der besten Jongleure Deutschlands ist ("Das sage ich nicht selbst, das wird über mich geschrieben... auf meiner Webseite!") macht sein Soloprogramm "Passion" zu etwas wirklich besonderem. Zu Mehrwertkabarett.

Vor der Pause hält er sich mit der Jonglage noch vornehm zurück, trägt Jackett und lässt sein Können nur hier und da kurz aufblitzen. Nach der Pause haut er mächtig auf den Putz. Wobei er wohl eher sagen würde: "Auf die Kacke" - denn obwohl dieser smarte junge Mann eher aussieht wie der angepasste BWLer von nebenan, brav drumherum reden ist seine Sache nicht.


Dass er noch mehr kann als Kabarett zeigt er dann in der zweiten Hälfte. Und es wird schnell klar, wen man da vor sich hat. Denn dann jongliert er los. Und wie. Bis dahin hatte man alle Synapsen voll zu tun seinem rasanten packenden Vortrag zu folgen. Jetzt fliegen Bälle, Keulen, Fächer, Cigar-Boxes, dass man vor lauter Staunen kaum zu Applaudieren in der Lage ist.
Warum er dazu auf offener Bühne aus dem schwarzen Anzug in ein Elefantenkostüm wechselt solltet ihr euch selbst ansehen.

Was für ein Typ. Was für ein Abend. Dass es die Premiere des ersten (!!!) Solos war fällt schwer, zu glauben.
Wer einen Blick in Timo Wopps Referenzen riskiert weiß schnell, dass die Souveränität nicht von ungefähr kommt. Jahrelange Erfahrung auf Variétébühnen, in Dinner-Shows, als Keynote-Speaker und in der "unternehmensbezogenen Live-Kommunikation" (Ja, sowas "seriöses" macht der Typ mit dem Elefantenoutfit auch. Dann vermutlich ohne Elefantenoutfit...) zahlen sich schließlich aus.

Ich hoffe auf den einen oder anderen Termin in der Nähe. Nicht nur in meiner, auch in eurer Nähe.
Dann hilft er auch euch, tanzt für euch und schwitzt für euch.

In diesem Sinne: "Move!"


Samstag, 4. Dezember 2010

"Dich kenn ich, du bist nicht Frau Naumann!"

Wer in Chorweiler seinen Kleinwagen am Liverpooler Platz parkt, klaubt erstmal seine Habseligkeiten zusammen, bevor er doppelt abschließt und sich auf den Weg macht in Richtung Bürgerzentrum. Die Namensgebung spricht ja schon nicht für die edelste Wohngegend und die zwielichtigen Typen am nahen Bahnhof fühlten sich in Liverpool sicher ebenso zuhause und könnten sich ähnlich schlecht hier wie dort verständigen.
Vielleicht ist das übertrieben und man sitzt einem Vorurteil auf. Nur weil die Häuser höher sind und die Mieten niedriger muss die Sorge um's Navi doch nicht unbedingt größer werden. Naja, ob übervorsichtig oder nicht. Ich hab Uschi mal mitgenommen zum Konzert. Safety first!

Da standen wir also, Lisa, Uschi und ich. Bis zwanzig nach sieben im Foyer, denn "die Künstler brauchen so lange für's Licht und die Mikros, dabei haben die doch gar keine Instrumente" (sagte zumindest eine fleißige Mitarbeiterin), bis man uns einließ.
Da saßen wir also, Lisa, Uschi und ich. In einem wirklich seltsamen Saal. Klar, immer nur Kopfbühnen sind langweilig. In Chorweiler sah man das scheinbar ähnlich, Anfang der '80er, und bastelte sich eine Bühne ins Bürgerzentrum, die vor Ecken und Kanten nur so strotzt. "Zweite Reihe, Mitte", war hier leider nicht zu machen. Denn Mitten gab's hier je nach Betrachtungswinkel mehrere. Entwurf und Konstruktion dieses Saals waren dabei scheinbar derart kostenintensiv, dass man es sich vermutlich nicht mehr leisten konnte, ausreichend und wohl platziert Boxen zu verteilen. Im Gegenzug stand allerdings eine Treppe zwischen Bühne und erster Reihe planlos im Raum.
Crazy Chorweiler.

Crazy war im übrigen auch das Publikum. Von wegen "...aber alles Deutsche!" - Wer deutsch verstand, und sei es auch nur als Fremdsprache, schunkelte und sang, dass es ein Fest war. Wer kein Wort verstand hatte offenbar trotzdem Spaß, wusste allerdings auch mit eindringlichsten Schunkelbefehlen nichts anzufangen. Sorry, no schunkeling in der ersten Reihe. Vielleicht kann man da noch ein Sprachenlied draus machen?! Oder wie die Bahn, alles ins Englische übelsetzen.

Da geht doch was.
Thank you for visiting Cologne Choir'caushe ;-)

Freitag, 26. November 2010

Trierer, wo seid ihr?

Ziemlich genau ein Jahr ist vergangen, seit Ira und ich im Trierer Chat Noir saßen. Um uns herum overdressedes Varietépublikum, das eher mit einer Zaubershow gerechnet hatte als mit Flaschenmusik.
Was die Trierer zu erwarten hatten, sollte dieses Jahr klarer sein, schließlich hatten die Spaßgesellschaftsabende ein paar Tage vor dem GBSQ-Termin in der TuFa Station gemacht. Gerüchten zufolge sogar "erfolgreich". Presseberichten zufolge auch.
Wo aber waren sie dann, die Triererinnen und Trierer? Und vor allem: warum waren sie eben nicht in der TuFa? Der Bedarf an Flaschenmusik scheint hier noch immer nicht von jedem Konsumenten erkannt worden zu sein.
Wer allerdings gekommen war, hängte sich voll rein. Da kann man nicht meckern. Auch wenn sich niemand über den ungarischen Tanz "Nummer sechs" beschwerte, und auch wenn die Männer sich nicht so recht mitzusingen getrauten.
Hilfreich wäre vielleicht einfach wenn jeder Trierer demnächst auch seinen Nachbarn, Freunden, Feinden und Verwandten erzählte, wie gut es ihm gefallen hat, beim GlasBlasSing Quintett. Dann ließe sich im nächsten Jahr die Quote der freien Plätze reduzieren und es wäre noch lauter. Das wär' doch was. Denn gefallen zu haben scheint es den Trierern doch.
Ich finde nämlich, wer sich fast ein drittel des Tages in einen Bulli setzt um abends zwei Stunden Flaschenmusik anzubieten, sollte deutlich mehr Trierer verdient haben. Mich würd's trierisch freuen. ;-)

Auch bei SWR-Latenight in Baden-Baden war nicht gerade dichtes Gedränge. Aber der Aufzeichnungstermin um 14:00h am Nachmittag ist ja auch ähnlich "schwierig" wie der Sendetermin um Mitternacht. Aaaaber auch hier gilt: Wer da war, hat alles gegeben. Aaaaaber auch hier hatte ich nichts anderes erwartet.
Zu Gast waren neben dem GBSQ Bernhard Hoecker (und Pierre führte das längste drei-Minuten-Interview, das ich je gesehen habe) und El Mago Masin.
In der Show gabs Bottle Drum und für die Weihnachtsausgabe der Latenight hat sich Pierre direkt noch "Kling, Glöckchen" aufzeichnen lassen und sich als Roadie angeboten. Wohl weniger um Jörg zu entlasten sondern eher um den übrigen Fünf beim CisNullen zukünftiger Instrumente zur Hand zu gehen. Hm, wie klingt eigentlich Tannenzäpfle? So wie's schmeckt?

Durch alle Wetter, vor allem durch den ersten "richtigen" Schnee 2010, ging's für Lisa und mich dann heute wieder Richtung Norden. Zum Glück gänzlich ohne Stau, aber wir hatten auch dem Radio vertraut und eine sonnige Ausweichstrecke gewählt. Clever.

So, ihr Trierer: Ihr habt vermutlich jetzt wieder ein Jahr Zeit zur Publikumsaquise. Haut raan!

Dienstag, 16. November 2010

Ja, "Er hat 'wupp' gemacht!"

"...und jetzt viel Spaß mit dem GlasBlasSing-Orchester!" - Ich weiß ja, dass es sich nicht gehört, am Handy zu tippen, während die Lehrerin spricht. Auch nicht in der Aula der Liebfrauenschule zu Geldern. Aber manche Zitate verlocken einfach zum sofortigen Facebook-Posting. Und das hier... ja, das war so eins.
Auch "Jongliereinlagen" versprach die motivierte Ansagerin vom Typ "Hefte-raus...Klassenarbeit" und weckte damit einige Erwartungen bei den flaschenmusikalisch unbedarften Geldernern. Nun, ich verrate nicht zuviel wenn ich sage, dass bis auf den Schüttler bei Bottle-Drum zumindest absichtlich keine Instrumente mehr hin und her geworfen werden.
Sich hier und da lösende Ploppflaschen und herunterfallende Becken fassen wir also in Geldern ersatzweise als die versprochene Jonglage zusammen. Damit wäre dieser Punkt bedient. Ha!

Vielleicht hätte die Dame die 'Extras' des Abends mit in ihre viel versprechende Moderation einfließen lassen können. Also: Tipp für's nächste Mal: Extras in die viel versprechende Moderation einfließen lassen.
Damit Sie nicht wieder auf (dezent veraltete) Pressetexte zurückgreifen müssen, helfe ich Ihnen natürlich gern auf die Sprünge. Da wären:
Die erste 'Extra'zugabe des Abends bereits beim Bottle-Drum-halbe-Kästen-rappel-Teil. (Warum auch nicht einen Abschnitt direkt doppelt spielen, wenn er doch gerade so prima fluppt.) Auch nicht zu vergessen Möhres 'extra' spontane "Devil in Disguise"-Moderation. Ja, Möhre, GlasBlasSing ohne euch, das wäre einfach nichts.
Wahrscheinlich nicht 'extra', aber ebenso spontan nieste Peter mitten ins Abschieds-Lied. Selten, dass die Fünf ein Stück unterbrechen müssen. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Nicht im Ansatz hätte man diesen Nieser erahnen können, mitten im Wort und ohne vorher auch nur ansatzweise mit dem Mundwinkel zu zucken prustete er los, sodass es eines kleinen 'Extra'momentes bedurfte, sich zu sammeln und die schunkelige Stimmung wiederzufinden.
Dagegen war Franks kleiner 'Wupp'-Hicks geradezu unscheinbar, wenn auch kaum minder unterhaltsam. Für uns zumindest.

Noch lauter hätten Lisa und ich nur losgelacht, wenn Sie, Frau Lehrerin, Ansagerin oder von mir aus auch Kulturvereinsmitarbeiterin, tatsächlich vor den letzten Zeilen des "Abschieds" zu Bühnenmitte gelaufen wären, um ihre Präsente zu überreichen. Aber dazu kam es ja ("leider") nicht. Wissen Sie, diese Pause da, am Ende, im Dunkeln... das machen die 'extra'...

Sonntag, 7. November 2010

Körsisch-Försch

Die Rohrmeisterei Schwerte besticht nicht nur durch ein wirklich leckeres Bistro im alten Industrie- Ambiente sondern auch mit einer jährlichen Kleinkunstwoche (bzw. Kunstkleinwoche natürlich). Basta hatte ich dort vor einigen Jahren schon gesehen. Dieses Jahr also das GBSQ.
Noch immer war das "Weiterlaufen lassen der Motoren verboten!", und noch immer war der Saal groß und doch irgendwie seltsam bestuhlt. Was auch immer Veranstalter daran finden, vorne "lockere" Bistrobestuhlung und hinten kompaktere Reihen vorzusehen. Ich werde es nie verstehen.
Dennoch erwiesen sich die Schwerter als durchaus klatschfreudig, wenn auch dermaßen rhythmusbehindert, dass es mir teilweise fast weh tat, in den Ohren. Aber nun gut. Laut war's trotzdem. Naja, bis auf den Männer-Mitsingteil. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.


"Uuups!"


Körsisch-Försch war im übrigen Fritzes laut und deutlich artikulierte, harzerische Eisbestellung.
Der Sommer liegt ja auch schon ein paar Tage zurück und man gerät mir nichts dir nichts aus der Eisbestell-Übung. Da ist der Schritt zu Naube-Truss und Spananen-Blitt nicht mehr weit.
Vielleicht probiert er demnächst doch besser wieder Pförsisch-Körsch.
Ich warne übrigens nachdrücklich davor, mehrmals hintereinander laut "Körsisch-Försch" zu sagen. Irgendwann überlegt man unter Garantie, wie es richtig lauten muss...

Donnerstag, 4. November 2010

"Spaß. Gesellschafts. Abend"

Ich halte das heute kurz. Der Name ist absolut Programm. Das Line-Up (Reuter, Sting, Kebekus, Lachmann, Bundeskabarett und GlasBlasSing) und die Moderatoren (Boes und Klocke) ein Knaller.
Ich habe mich (obwohl wir notgedrungen in der ersten Reihe saßen) prächtig amüsiert. Lang war's, schön war's.
Nur Käthe Lachmann streift mein Humorzentrum selten und am Rande. Der übrige Abend war mir allerdings ein Fest.
Matthias Reuter eröffnete den Abend und versuchte sofort, den Saal mitmachen zu lassen. Leider wenig erfolgreich, sein Mantra (aus der "Mantra-Abteilung") wird zum Fortbestand der Mülheimer Bevölkerung nur einen kleinen Teil beitragen, so schwächlich war die Beteiligung ("Na, es reicht ja wenn Styrum und Winkausen übrig bleiben!").
Das Bundeskabarett trug hauteng und tanzte mit Bändern über die Bühne ("Ich habe mir das Schläppchen blutig getanzt!") - das kann man in Worten wirklich nicht beschreiben... und Kai Magnus "Schting" (sagte zumindest Mirja Boes ständig) regte sich wortgewaltiger auf als mancher mitzudenken im Stande war. Käthe Lachmann spielte (mal wieder) Nasengitarre. Das möchte man in Worten nicht beschreiben ;-)

Zum Abschluss gab's reichlich Triumphgemüse, Wunderkerzen und ein gemeinsames "Danke für diesen guten Morgen!" in der gekürzten Arbeitsstellen-Strophen-Version.

Na gut, ich halte mich noch kürzer: Großartig!


Sonntag, 24. Oktober 2010

Nicht, weil ich nicht möchte...


...sondern weil es einfach nicht geht.

Ich finde einfach noch nicht die passenden Worte zu den drei Konzerten in Berlin bzw. Selm.

Vielleicht lade ich einfach nur ein paar Fotos hier hoch, bis mir irgendwann doch noch was einfällt.







Samstag, 9. Oktober 2010

"Hat jemand ein D für mich?"

"Das ist eine Abonnentenveranstaltung. Wir sind ausverkauft." - härter kann mich eine Kulturamtsmitarbeiterin kaum treffen. Ausverkauft.
Klar: Lauter Flaschenmusikneulinge verspricht diese Aussage, Sektenmitglieder in spe. Aber auch einen hohen Altersschnitt und diese typische "Wollen wir doch erstmal sehen, ob die was können, und falls die (wie heißen die eigentlich?) wider erwarten tatsächlich was können, ob wir dann klatschen!" - Einstellung.

Über noch einzulösende Gewinnspiele kamen wir schließlich doch an Karten (Besten Dank nochmal, dass das noch funktioniert hat!!! Es hatte im übrigen nur zehn (sic!) Karten im freien Verkauf gegeben.)
Die Dame am Einlass überlegte kurz und setzte uns an Tisch 16 und 26. Die entsprechenden Abonnenten scheinen als Konzertschwänzer bekannt zu sein. Schmählich! Aber zu unserem Vorteil. Ich denke, wir haben sie würdig vertreten.

"Sach ens: Was machen die eijentlisch?" "Isch weeß et och nisch. Irjendwas met Dohsen!" - fragte man sich direkt hinter uns noch kurz vor acht. Merke: Klischees sind dazu da, erfüllt zu werden. Na, das konnte ja was werden. Aber keine Sorge.

Auch ohne Weißblech waren die St. Augustiner schnoll aus dem Häuschen. Nach kürzester Zeit hatten sie die Raumtemperatur in tropische Ausmaße geklatscht. Wahnsinn, war das wieder mal warm. Ich weiß, ich hatte ja auch einen Sweater an. Ha. Ha. Im Abovestage war's sicher noch wärmer. Jörch hatte unser volles Mitleid, dafür im Gegenzug aber die deutlich bessere Aussicht.
Wir hatten das Geschehen aber auch prima im Blick. So entging uns nicht, dass Fritze die Muckerstarre-Moderation offensichtlich zu hoch war, dass sich das Fanta4-Medley irgendwie "anders" anhörte oder dass Peter (hilfreich, edel und gut) für Endie spontan ein "Deeeh" hatte.
Dass Frank und Peter sich zwischenzeitlich beim ungarischen Tanz ziemlich verdaddelten, oder zumindest einer der beiden, so genau hab ich's dann doch nicht rausgehört, ist uns natürlich überhaupt nicht aufgefallen. Auch dass Endie einmal mehr das Vorharzdiplom nicht fehlerfrei erreichte, merkte man nicht, wirklich.

Begeisterte St. Augustiner bleiben mir in Erinnerung, und eine ganz neue Westernmedley-Antwort (die ich mir dann doch nicht zu merken in der Lage war).
Und ganz besonders gefreut hat mich, dass ich endlich mal wieder mit der Glo unterwegs war. Das war schön. Mit Lieschen war's natürlich auch schön, auch wenn sie als Vierbeiner immer noch frech ist. Übermütig zuweilen. Aber immerhin zäh, auf's äußerste pflegeleicht und nicht unterzukriegen.

Einzig eine Sache haben wir noch zu klären:
"Rechtzeitig" definiert mein Wörterbuch als "früh genug / so, dass man sich nicht beeilen muss" - das habe ich im Sommer schon nachgeschlagen. Soweit gehe ich noch konform mit dem dicken Schinken. Aber hat "rechtzeitig" nicht auch noch ein psychologisches Moment? Eine Art von "sich noch auf etwas einstellen können / wissen, was man in den nächsten Tagen, Stunden oder Minuten tun wird". Ich ergänze das mal. Mit einem ausreichend dünnen Kuli und etwas Geschick wird sich das machen lassen.
Oder, falls es sich nicht zwischen die Zeilen quetschen lässt: "Rechtzeitig - 19:50h mit Karten am Veranstaltungsraum"

Mittwoch, 29. September 2010

Volle Pulle

Eine Tarnkappe hatten Lisa und ich in Coesfeld zum Glück nicht nötig. Der Kameramann des ZDF hatte nämlich schräg vor uns Position bezogen und war auch so freundlich, uns den Rücken und der Bühne seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wie ein begeistertes GBSQ- Publikum aussieht muss man den (in welche Richtung auch immer) geneigten ZDF-Zuschauern ja auch nicht zeigen. Das wissen die. Die sind ja auch alle schon alt und lebenserfahren.

Alle diejenigen, die jetzt wissen möchten, wie fünf offensichtlich völlig entspannte, leicht erkältete und doch bestens gelaunte Glasblassänger auf der großen Coesfelder Konzerttheaterbühne wirken, sollte sich also im Oktober vertrauensvoll an die ZDF-Mediathek wenden. Dort wird man den Beitrag dann anklicken können, irgendwann.

Vielleicht sieht Endie (dem das heute live scheinbar entging) dann auch, dass Fritze wieder übermütig mit dem Mikro hantierte und beinahe das Schleudermalheur aus Bad Münder wiederholte. Ich wiederhole hiermit gerne und mit Nachdruck die Helmchen-Empfehlung.

Oder die ZDF-Zielgruppe sieht Endie bei dem Versuch, mit trockenem Wurm im Hals das Lied vom frühen Vogel zu singen. Bis auf "...öchö, öchö, öchö *hust hust*, Angeln gegangen" blieb von der Pointe nicht viel übrig - machte aber nichts... Situationskomik funktioniert ohne Text.

Wenn der Schnitt es so will sieht man Frank und Endie auch vor dem türkischen Marsch hektisch Flaschen hin und her tauschen, bevor die Zwei den Husarenritt durch die hohen Töne wagen. Falsch zusammengebaut. Passiert. Sieht in etwa so aus:

Dem Schnitt zum Opfer fallen wird vermutlich das laute "Zieeeh Frank, du Lusche" - war der übermütige Zwischenrufer niemand anderes als der Kameramann selbst. Aber jetzt hab ich die Szene ja hier festgemeißelt. Da kann auch niemand was dran schneiden. Pah!

Klingt, als sei der TV-Beitrag nicht für "Volle Pulle ähm: Kanne" sonder eher für "Pleiten, Pech und Pannen" geeignet. Nein, entgegne ich da; Nein, nein, nein. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, habe ich den Abend wohl falsch zusammengefasst.

Das kann so nicht stehen bleiben, das Konzerttheater Coesfeld war nämlich großartig! Ein richtiger Konzertsaal eben, hoch und weit und akustisch auch auf den billigen Plätzen ein Fest. Die Coesfelder waren mindestens ebenso großartig, denn sie wissen, wie man mit Händen und Füßen ordentlich Lärm erzeugt und Begeisterung kundtut. Und dieses Wissen geben die Coesfelder gerne preis. Der ganze Abend war dementsprechend genau das, was ich unter einem tollen Konzert verstehe!
Also, ich fand's großartig.

...sonst hätte ich doch auch nicht ständig so laut gekichert...

Kameramann (dunkel) filmt Flaschenmusik (hell)

Sonntag, 12. September 2010

VollBad Münder

Als hätte ich's geahnt - und damit sei der Patzer des Tages ohne Umschweife rausposaunt - flog Fritze heute das Mikro um die Ohren, als er seiner Frau Naumann so richtig imponieren wollte. Hatte ich nicht Helmchen empfohlen? Hatte ich. Zum Glück schepperte das Geschoss direkt hinter ihm zu Boden, und zum Glück tat es seinen Dienst nach etwas Fummelei auch wieder, aber das hätte auch - nicht nur sprichwörtlich - ins Auge gehen können.
So stand er einen Moment lang verpeilt da, sammelte dann das Mikro ein und frickelte es wieder an saane Laane.


Eine Frau Naumann fand sich auch in Bad Münder trotzdem nicht. Vielleicht sind die Naumanns wasserscheu? Oder schüchtern? Wir wissen es auch nicht...
"Hä, wieso denn wasserscheu?" fragt ihr euch. Ich sag's, wie es ist: Es hat geregnet, naja: gekübelt, ach, was sag ich: gepisst hat's - wie nix Gutes.
Der zweite Patzer des Tages geht damit eindeutig auf Petrus, oder wer auch immer da oben die Fäden in Sachen Wetter zu ziehen versucht. Totale Fehlbesetzung.
Lisa und mir war klar, auf was wir uns einließen, denn wir hatten die Wetterprognosen für Bad Münder gelesen. Die waren allesamt eindeutig und vor allem zutreffend: Bis 17:00 Uhr bedeckt - Ab 17:00 Uhr Regen! Euch ist klar, wann das Konzert begann? Gut.


Zwar waren einige ganz tapfere Bad Münderer im Kurpark aufgeschlagen, die kennen ja ihr Dorf und dessen Wasser versprechenden Vornamen - so richtiges Open Air Feeling sieht aber trotzdem anders aus.

Man fragt sich, wenn man 50m von einem Konzertsaal entfernt triefend im Kurpark im Gewitterregen steht auch, ob der Veranstalter von Meditonsin und Tempo geschmiert wird. Das Konzert ins Trockene zu verlegen oder einfach schon ein Stündchen vor dem auf allen Kanälen vorausgesagten Gewitter stattfinden zu lassen wäre vielleicht auch zu einfach gewesen. Oder ich bin pingelig. Auch das ist natürlich möglich.

Naja, (nassen) Schwamm drüber. Ich finde jedenfalls, wir haben das beste draus gemacht.
(Warum Endie zwischendurch in den dicksten Schauern von der (natürlich) überdachten Bühne aus meinte, der Regen ließe nach, war mir zwar ein völliges Rätsel, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen. Dieses Wetter konnte man zumindest nicht schönreden, Endie. Das ging nicht.)

Ich schließe das Kapitel der Freiluftflaschenmusik damit für dieses Jahr freue mich auf die Open Air Saison 2011 - vielleicht lässt sich bis dahin ein "Gegen-Regen"-Cover einrichten? Oder zum Thema Wasser vielleicht ein Shanty-Medley? Sollte man mal anregen (anregen - täätääää, täätäääääää)

Und jetzt Schluss mit schlechtem Wetter und Prost Lisa, auf die nächsten *hust*nzwanzig! :-)

Donnerstag, 9. September 2010

Zieh, Frank

Ich hätte besser mal mitgezählt. Wie viele Konzerte habe ich eigentlich bisher besucht? Und wie viele Fotos dabei gemacht? Und wie oft den gleichen Moment festgehalten?
Heute ein Auszug aus der Reihe: Momente, die nicht schöner werden, wenn man sie häufiger sieht!